Sachplan geologische Tiefenlager

Standortauswahl und -prüfung in Etappe 2:
Häufige Fragen und Antworten

1 Worum es geht

Der Konzeptteil des Sachplans geologische Tiefenlager (SGT) legt das Auswahlverfahren für Standorte für geologische Tiefenlager in der Schweiz fest und sieht eine schrittweise Einen- gung in drei Etappen vor. Ziel der Etappe 2 ist die Auswahl von mindestens zwei Standorten je für schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA) und für hochaktive Abfälle (HAA).

Ein Standort umfasst das geologische Standortgebiet («unten»), die dazugehörenden Stand- ortareale für die Oberflächenanlage1 («oben») sowie die Erschliessung mittels Zugangsbau- werken (Schächte, Rampen oder Kombinationen davon).

Die Standorte werden von den Entsorgungspflichtigen (Nagra2) vorgeschlagen und durch die Behörden geprüft. Zum Vorschlag in Etappe 2 hält der Konzeptteil SGT verbindlich fest:

«5.1.2 Vorschlag von mindestens zwei Standorten
Basierend auf den durchgeführten Untersuchungen und der Zusammenarbeit mit den Standortkantonen und den Standortregionen schlagen die Entsorgungspflichtigen mindestens je zwei Standorte für HAA und SMA vor.
Sie dokumentieren und begründen ihren Vorschlag in einem Bericht zuhanden des BFE. Weiter reichen sie einen technischen Bericht zu der Methodik und den Resultaten der provisorischen Sicherheitsanalysen ein.»

In den unten aufgeführten Dokumenten (siehe Kasten) sind die Anforderungen zur Auswahl von mindestens zwei Standorten je für SMA- und HAA-Lager festgehalten. Die Diskussionen um die Gewichtung der Kriterien zur Platzierung der Oberflächenanlage im Jahr 2012 haben gezeigt, wie wichtig es ist, bei allen Schritten im Sachplanverfahren die Vorgaben und Krite- rien im Vorfeld detailliert zu definieren und dabei ein gemeinsames Verständnis der Akteurin- nen und Akteure zu schaffen.

Im bisherigen Verlaufe von Etappe 2 tauchten immer wieder Fragen zur 2x2-Auswahl3 auf. Mit dem vorliegenden Bericht werden vorgängig zur Einreichung der 2x2-Vorschläge durch die Nagra die wichtigsten Fragen und Antworten dargestellt, die diesen Auswahl- und Prüf- prozess betreffen.

Die Umsetzung des im Konzeptteil festgelegten Auswahlverfahrens und damit auch der Ein- engungsschritt auf mindestens zwei Standorte pro Lagertyp erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen und Nachbarstaaten unter Einbezug der Gemeinden, Bevölkerung und interessierter Organisationen, welche in Regionalkonferenzen organisiert sind. In Kapitel 6 wird deshalb auch auf die Mitwirkung der Standortkantone, Regionalkonferenzen und Nach- barstaaten bei der 2x2-Auswahl eingegangen.


1 Zur Erklärung, was eine Oberflächenanlage ist, vgl. Anhang S. 20.
2 Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra).
3 «2x2» steht verkürzt für «mindestens zwei Standorte pro Lagertyp».

2 Das Wichtigste auf einen Blick

Aus der Kernenergiegesetzgebung sowie dem Konzeptteil des Sachplans geologische Tie- fenlager (SGT) ergibt sich klar, dass bei der Auswahl von mindestens zwei geologischen Standorten pro Lagertyp in Etappe 2 die Sicherheit oberste Priorität hat. Der Sicherheit nachgeordnet sind Aspekte der Raumplanung, Ökologie, Wirtschaft und Gesellschaft.

Die detaillierten und vertieften Untersuchungen zur Geologie (u. a. mittels Sondierbohrun- gen) und die anschliessende Prüfung durch die Behörden erfolgen in Etappe 3: Ein geolo- gisches Standortgebiet (unten) kann deshalb in Etappe 2 nur dann zurückgestellt werden, wenn es eindeutige sicherheitstechnische Nachteile aufweist. Dies ergibt sich zwingend aus dem Primat der Sicherheit (Konzeptteil SGT und ENSI 33/154). Es dürfen somit keine geolo- gischen Standortgebiete (unten) ausgeschlossen werden, bei denen aufgrund des Kennt- nisstands von Etappe 2 keine eindeutigen sicherheitstechnischen Nachteile vorliegen.

Im Bereich Sicherheit sind die Methoden und Kriterien für Etappe 2 definiert: Die Anforde- rungen für die provisorischen Sicherheitsanalysen, für die qualitative Bewertung der 13 Krite- rien zu Sicherheit und technischer Machbarkeit sowie zum sicherheitstechnischen Vergleich und zur sicherheitstechnischen Gesamtbewertung in der Etappe 2 sind im Konzeptteil SGT

Sie können den gesamten Text hier als PDF herunterladen.

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