10.03.2011, Schaffhauser Nachrichten

Mahnflagge gegen Atommüll-Endlager

Zwei Aktivisten von Klar! Schaffhausen haben gestern ein Transparent gegen ein Atommüllager im Südranden an einem Felsen oberhalb der Enge bei Beringen aufgehängt. Damit markiert der Verein den Beginn regelmässiger Protestaktionen.

von Hans-Caspar Ryser

Gut bewacht von einem zufälligerweise vorbei-
fliegenden Armeehelikopter montieren die Akti-
visten von Klar! Schaffhausen das Transparent.

Bild Michael Kessler

Der Standort für das Aufhängen einer Mahnflagge ge- gen ein Endlager von Atommüll im Südranden ist an und für sich gut gewählt. In einer Felswand am Buechbüel, an der engsten Stelle bei der Enge, ist die Wand für den von Neuhausen Richtung Beringen/Klettgau rollen- den Verkehr gut einsehbar. Einzig für das medien- wirksame Montieren des 4 auf 2 Meter grossen Transparentes fehlte am gestrigen Nachmittag das Sonnenlicht.

Spektakulärer Beginn

Ausgerüstet mit Klettergurten, Karabinerhaken, einem gesicherten Kletterseil und Helmen seilten sich zwei Aktivisten von Klar! Schaffhausen an der Felswand ab, um das Transparent wind- und wetterfest zu montieren. Gemessen am Aufwand der spektakulären Inszenie- rung, hätte das Transparent etwas grösser sein können, dies ganz besonders in Anbetracht der doch recht grossen Distanz bis in die Enge hinunter. Wie dem auch sei, das Transparent dürfte künftig seine Wirkung nicht verfehlen und die ins Klettgau fahrenden Auto- mobilisten an das drohende Atommüll-Endlager im Süd- randen erinnern.

Beginn weiterer Protestaktionen

Getreu der Devise «dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt zugleich» sei die gestrige Aktion in der Enge von Beringen erst der Anfang von in regelmässigen Abständen stattfindenden Protestaktionen gegen ein mögliches Endlager für Atommüll im Südranden, betonte Gabriela Buff, Präsidentin des Vereins Klar! Schaffhausen den SN gegenüber.

«Wir planen, in monatlichen Abständen mit regelmässigen Aktionen am Rheinfall auf das drohende Atommüll-Endlager im Südranden, dann aber auch in Benken aufmerksam zu machen. Am Rheinfall könne ein breites, sowohl nationales als auch internationales Publikum für die ungelöste Problematik der Lagerung von Atommüll sensibilisiert und darüber informiert werden. Auf wann genau die nächste Aktion geplant sei, wollte die Vereinspräsidentin noch nicht verraten.

Heftige, zum Teil kontroverse Reaktionen hat die Protestaktion mit den gelben, gekenn- zeichneten Atommülltonnen im Klettgau ausgelöst, dies besonders aus Sicht von Weinbau- und Tourismuskreisen. Es bleibt nun abzuwarten, wie diese Kreise auf die Aktionen am Rheinfall reagieren werden.

Vernetzung von Atommüllgegnern

Wie Klar! Schaffhausen bereits während der ersten Generalversammlung in Neuhausen dargelegt hatte (SN v. 26. 2. 2011), werde sich der Verein bei seinen Aktionen mit weiteren Protestorganisationen wie Klar! Schweiz, IG Lebensraum Klettgau, den Kernfrauen Weinland und dann ganz besonders auch mit der deutschen Bürgerinitiative Hochrhein Aktiv vernetzen und die Protestaktionen entsprechend koordinieren.

Entsprechend dem Motto «gemeinsam sind wir stark» soll gemäss Buff damit die Wirkung der Protestaktionen in der Öffentlichkeit erhöht werden. Aus Solidarität haben sich neben Neuhausen und Jestetten die Klettgauer Gemeinden Gächlingen, Guntmadingen, Oberhallau und Siblingen als Kollektivmitglieder dem Verein angeschlossen.

<<  Zurück

© 2010 KLAR! SCHAFFHAUSEN - Impressum/Disclaimer     |     Sitemap