24.01.2012, Klettgauer Zeitung, Schaffhauserland

Wilchingen will Einsitz in Fachgruppe

Standortvorschläge für die Oberflächenanlagen stossen auf Ablehnung und Sorge.

Am Freitag hat der Bund seine Standortvorschläge für den Eingang eines möglichen Tiefenlagers bekannt gegeben, wir berichteten darüber. Nun werden die Fachgruppen der Regionalkonferenzen ergänzt.

Von Wolfgang Schreiber

Modell-Darstellung der Oberflächenanlage eines Lagers für schwach- und mittel- radio-aktive
Atomabfälle, wie es im Klettgau gebaut werden könnte.

«Standortareal SR-1-SMA»: Schematische Darstellung des möglichen Standorts beim Bahnhof
Wilchingen-Hallau.

Bilder Nagra

Wilchingens Gemeindepräsident Hansruedi Meier zeigte sich am Freitag, am Medien- gespräch in der Rhyfallhalle in Neuhausen, erstaunt über die Idee der Nagra, eine Oberflächenanlage für ein mögliches Tiefenlager in Wilchingen vorzuschlagen. Dieser Vorschlag, so Meier, widerspreche allen Sicherheitsforderungen, welche die Nagra selber stelle.

Tourismusprojekte gefährdet

Weiter findet er es unverständlich, dass die Verantwortlichen eine Oberflächenanlage über dem so sorgfältig gehüteten Klettgauer Grundwasserstrom realisieren wollen. Meier wies auch darauf hin, dass die Wilchinger Gemeindeversammlung erst vor wenigen Wochen ein Leitbild verabschiedet habe, das den Gemeinderat verpflichtet, sich gegen eine Oberflächenanlage zu wehren. Dies sei notwenig, um die massiven finanziellen Investitionen nicht zu gefährden, die in Wilchingen-Osterfingen im Rahmen der Prewo für den Tourismus und die Strukturverbesserung getätigt werden. Wilchingen begehrt daher, wie weitere für Oberflächenstandorte vorgeschlagene Gemeinden, Einsitznahme in die Fachgruppe «Oberflächenlager» der Regionalkonferenz.

Eine Oberflächenanlage, so hatte zuvor am Mediengespräch Markus Fritschi, Bereichsleiter Lagerprogramme der Nagra, erläutert, benötigt für ein Tiefenlager, wie es im Gebiet des Südrandens in Vorschlag gebracht wird, ein Areal von fünf Hektaren Land.

Sechs Stockwerke hohe Gebäude

Der riesige Platzbedarf sei nur das eine, fügte Stefan Rawyler, Präsident der Regionalkonferenz Südranden, hinzu. Man müsse auch sehen, dass auf dem Areal dann Gebäude zu stehen kämen, die 15 bis 17 Meter hoch sind, was Wohngebäuden von ungefähr sechs Stockwerken entspricht. Wilchingens Gemeindepräsident Hansruedi Meier meinte im Gespräch mit der Klettgauer Zeitung dazu, Hallau könne dann die Idee eines Hotels, das den Gästen Blicke auf die Reblandschaft bietet, vergessen. Nur noch die Hochbauten des Oberflächenlagers würden den Hotelgästen in die Augen fallen.

Wirtschaftlich ohne Sinn

Auf die Frage von Medienleuten, ob die Oberflächenanlagen als Industrieansiedlungen betrachtet werden könnten, entgegnete Stephan Rawyler, dass es wirtschaftlich keinen Sinn mache, auf einem Areal von acht Hektaren Land gerade einmal 100 bis 150 Arbeitsplätze zu schaffen.

In Hallau findet am Mittwoch, 15. Februar, und in Beringen am Montag, 20. Februar, je eine öffentliche Informationsveranstaltung zu den Nagra-Vorschlägen statt.

<<  Zurück

© 2010 KLAR! SCHAFFHAUSEN - Impressum/Disclaimer     |     Sitemap