27.09.2013, Schaffhauser Nachrichten

Weitere Planungen nur für Hardwald

Regula Widmer ist an der 9. Vollversammlung der Regionalkonferenz Südranden zur Geschäftsführerin und Thomas Feurer zum Vize-präsidenten gewählt worden. Die Nagra legt sich in einemBrief auf den Standort SR4 füreine Oberflächenanlage fest.

Von Wolfgang Schreiber

Geschäftsführer Othmar Schwank (l.) wird ab Dezember als
Prozessbegleiter aktiv, Regula Widmer folgt ihm als Geschäfts-
führerin, und Franz Ebnöther wird Leiter der Fachgruppe
Oberflächenanlagen (OFA).

Bild Peter Hunziker/zvg

Der Standort Brentenhau im Hardwald zwi- schen Neuhausen und Beringen ist von der Nagra als einziger Standort für eine Ober- flächenanlage zur Entsorgung von mittel- und schwachradioaktivem Atommüll aner- kannt worden. Die Nagra folgt damit einer Empfehlung der Fachgruppe Oberflächen- anlagen (OFA). «Ich werte das als einen Erfolg unserer konstruktiven Zusammen- arbeit», kommentiert Christian Göldi, Mitglied der Regionalkonferenz Südranden, den aufschlussreichen Brief der Nagra, der am Mittwochabend an der 9. Vollversammlung in der Städtlihalle in Neunkirch mit dem zweiten Zwischenbericht der Fachgruppe OFA vorgelegt wurde.

Andere Standorte vom Tisch

In diesem Brief bestätigt die Nagra ausdrücklich, dass für ihre weitere Planung als Standort für eine Oberflächenanlage im Klettgau nur noch der Standort SR4 in Betracht gezogen wird. Für Göldi heisst das, dass alle vier anderen in Vorschlag gebrachten Standorte vom Tisch sind. Geblieben ist somit SR4, das Gebiet südlich der KBA Hard im bewaldeten Nordhang, im Hardwald des Lauferberges. Aber, betont Christian Göldi, der als Ingenieur des Kantons Zürich die Renaturierung von Fliessgewässern bewerkstelligte, das heisse nicht, dass in der Fachgruppe helle Begeisterung für den Standort herrsche. Es bleibt dabei: Die Fachgruppe OFA hält alle Standorte für ungeeignet. Der Standort SR4 ist lediglich «der am wenigsten nicht geeignete Standort», sagt Göldi. Er unterstreicht, dass mit der am Mittwochabend erfolgten Genehmigung des 2. Zwischenberichtes der Fachgruppe durch die Vollver- sammlung und der Annahme der Anträge, die Nagra nun weitere Untersuchungen durchführen muss. Sie muss beispielsweise auch untersuchen, wie sich das versickernde Regenwasser in diesem Gebiet verhält. Fliesst es nach Norden, fliesst es nach Süden? Kann es Grund- und Trinkwasser erreichen?

Der zweite Zwischenbericht der Fachgruppe OFA war wohl das bedeutendste der zahlreichen Traktanden der 9. Vollversammlung. Die Fachgruppe wird von Regula Widmer geleitet. Sie hat offensichtlich gute Arbeit geleistet. Die Vollversammlung hat, wie bereits erwähnt, Bericht und Antrag genehmigt. Zuvor wurde Regula Widmer, die als selbständige Unternehmerin in Beringen ein Beratungsbüro leitet, zur Geschäftsführerin der Regionalkonferenz Südranden gewählt. Sie wird auf den 1. Januar 2014 Othmar Schwank in diesem Amt ablösen. Schwank ist aus beruflichen Gründen zurückgetreten. Er steht der Regio- nalkonferenz jedoch als Prozessbegleiter und Fachberater weiterhin zur Verfügung.

Kein Schwarzpeterspiel

Regula Widmer versichert nach der Wahl den SN, sie habe sich für das Amt, ein 40- Prozent-Job, nach reiflicher Überlegung entschieden. Sie sieht als grösste Herausforderung, die Ergebnisse, Meinungen und Forderungen der Regionalkonferenz Südranden den nationalen Gremien wie beispielsweise dem Bundesrat, dem Ensi, dem wissenschaftlichen Beirat und der Nagra zur Kenntnis zu bringen. Sie versichert, dass die Regionalkonferenzen gut untereinander vernetzt sind, was sie für einen grossen Vorteil hält. Und, so betont sie: «Was gar nicht geht, ist, anderen den Schwarzen Peter zuzuschieben.»

Der Neunkircher Gemeindepräsident Franz Ebnöther ist von der Vollversammlung als neuer Vorsitzender der Fachgruppe Oberflächenanlagen gewählt worden. Zudem wurde der Schaffhauser Stadtpräsident Thomas Feurer als neuer Vizepräsident der Regionalkonferenz bestimmt. Paul Bossart, Direktor des Felslabors Mont Terri, referierte vor Beginn der Vollversammlung zum Thema «Opalinuston auf dem Prüfstand».

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